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Kunst und Malerei

Glatt gezogen

Ein Workshop Spachteln mit Gouache-Farben? Es war eine Mischung aus Neugier, Lust am Malen und die Freude anderen Neues zu vermitteln, die mich verleitete ihn anzubieten. Das Herbstfest der Ricarda-Huch-Schule an diesem Wochenende bot sich dafür an. Ob das Thema überhaupt „ziehen“ würde, hatte ich keine Ahnung. Die Experimentierfreude sollte jedenfalls im Vordergrund stehen. Gerechnet hatte ich vor allem mit neugierigen Schülerinnen und Schülern unserer eigenen Schule. Um so mehr überraschte es mich, dass in der Mehrheit externe Besucher über drei Generationen hinweg Gelegenheit und Kelle ergriffen, um Farbe über’s Papier zu ziehen. Ein gutes Beispiel, dass Malen mit Spachteln nicht auf ein gewisses Alter begrenzt ist. Was Kinder denn benötigen, um diese Technik anzuwenden wurde ich von Eltern gefragt und antwortete spontan: „Sie müssen eine Spachtel halten können.“

Plastikspachteln, Gouachefarben, Pappteller und Klebeband. Die Utensilien für ein erfolgreiches Malen sind überschaubar.

Dank meinen Kolleginnen aus der Kunst hatte ich eine professionelle Umgebung und beste Materialien zur Verfügung. Bei ihnen möchte ich mich an dieser Stelle für Ihre Unterstützung ganz herzlich bedanken.

Auswahl und Mischen der Gouache-Farben (die Gesichter der Teilnehmerinnen wurden auf dem Photo unkenntlich gemacht)

In unseren Räumlichkeiten konnte auf 12 Staffeleiwänden die Möglichkeit zum Ausprobieren der Spachteltechnik angeboten werden. In den letzten Jahren habe ich bereits viel Erfahrung damit gesammelt.  So war es mir eine Freude Erwachsene und Schüler/innen gleichermaßen anzuleiten, wie mit einfachen Mitteln ein sehr aussagekräftiges Bild ohne Pinsel entstehen kann. Meine Tätigkeit bestand vor allem in der Beratung was Motive, Vorgehen und ausgeführte Maltechnik anging. Teilweise auch in der Demonstraton und dem Mischen von Farben. Für die Teilnehmer war es zudem ein „Aha-Erlebnis“, dass auch improvisierte Gegenstände, wie z.B. ausgediente Plastikkarten in Scheckkartengröße als probates Werkzeug dienen können.

Auch Telefonkarten können notfalls als Malwerkzeug dienen.

Besonders freute es mich, dass einige Teilnehmer gemeinsame Bilder anfertigten. Hier wurde aus dem Experimentieren gleich ein Gemeinschaftserlebnis und eine mehrfache Freude. Es versuchten sich auch verschiedene erwachsene Teilnehmer/innen an den interessanten Effekten, die mittels Spachtel erzielt werden können. Andererseits konnten auch kleine Talente ihr Können entdecken und weiterentwickeln. Im Gedächtnis bleiben wird mir hier ein Stilleben von Amelie V. aus der vierten Klasse (!), das mich sehr beeindruckt hat. Die kleinste/jüngste Teilnehmerin malte ein imposantes Bild.

Auch für kleine Künstler interessant: das Malen mit Spachteln. Nach erstem Zögern und Ausprobieren fanden auch Kinder Spass an den Effekten.

Ein Beispiel für ausdrucksvolle Effekte, das Bild von Amelie V.

Alles in allem blicke ich sehr zufrieden auf die Stunden im Kunstraum zurück. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Malen ist eine Leidenschaft. Es ist phantastisch zu sehen, dass andere sie teilen.
Auf die spontane Frage, ob ich diesen „Workshop“ beim Tag der offenen Tür  im Februar wieder anbieten werde, blieb ich die Antwort schuldig. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht – aber es ist eine gute Idee!

Ich bedanke mich bei Daniel Kurz für die Photos, die er während des Kurses aufgenommen hat.

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Anmerkung: Klicken Sie nicht auf das unten erscheinende Add-On, es ist lediglich Werbung und hat mit diesem Artikel nichts zu tun!

😦

 

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Über Thorsten Gross

Lehrer für Philosophie, Ethik, Evang. Religion und Erdkunde, Linux-Admin, Mac-User. Stets im Bemühen OpenSource an der Schule einzubringen und zu verankern.

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Glatt gezogen

  1. Vielen Dank für eine lebhafte Schilderung ihres interessanten Workshops. Die Begeisterung an der Vermittlung von künstlerischen Bildungsinhalten ist Ihnen deutlich anzumerken. Hier heißt eben frohen Mutes sein und nicht an der vorgegebenen Engstirnigkeit der Lehrpläne verzweifeln. Ich selber habe mit meinen Kindern bereits mehrmals erfolgreich ähnliche Erfahrungen machen können. Dabei stehen Spaß am Experiment und der Mut zum Scheitern für mich im Vordergrund. Die besten Dinge entstehen eben oft aus Ahnungslosigkeit und Neugier. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem begrüßenswerten Anliegen.

    Verfasst von Mina | Januar 27, 2014, 9:27 am

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