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Bildung

Drei gewinnt …. und dann?

GamesCamp, AbiCamp, TuxCamp. Nein, ich glaube keiner behauptet mehr, dass ein BarCamp an der Schule unmöglich oder undurchführbar ist. Und sowohl der Informationsfluss als auch einige Projektideen zeigen, dass die Methode nachhaltig wirkt. Hm, nachhaltig?. „Die Idee ist gut,“ sagt mir ein Kollege „nur verstehen viele noch nicht, was so ein BarCamp eigentlich ist.“ Nachdem nun drei BarCamps gelaufen sind, frage ich mich ernsthaft, wie man die Unkonferenzvariante als Methode in der Schule dauerhaft verankern kann. Zeit für eine Zäsur.

Bild vom EduCamp 2013 in Berlin

Erläuterung des Entwurfs auf dem EduCamp 2013

Auf einer Fortbildungsveranstaltung Mitte September sollen wir Teilnehmer ein Projekt in der Schule auf einem Plakat skizzieren. Keine Frage, worum es auf meinem Papier geht. Ich versuche Bedingungen, Erfolgsfaktoren und Kommunikationswege eines BarCamps in der Schule darzustellen. Eine Kollegin ergänzt mir hilfreich neue Blickwinkel und ist ebenfalls überzeugt von dem didaktischen Ansatz. Im Plenum der Nicht-BarCamper will ich die Idee „verkaufen“. Mein Versuch es herunterzubrechen entbehrt nicht einer gewissen Komik: „Also stellt Euch vor es ist Schule und nur diejenigen, die wollen gehen hin. Und die machen dort auch nur das, wozu sie Lust haben.“ Stirnrunzeln und Schmunzeln gepaart mit Erstaunen und Raunen treffen meine Netzhaut und mein Trommelfell. „Das nennt man ein BarCamp.“ – Stille.
Ob das denn überhaupt ginge, werde ich gleich gefragt. Klar, antworte ich und verweise auf meine Erfahrungen. Das Minecraft-Beispiel aus dem GamesCamp* wirkt sehr anschaulich. Dann erläutere ich mein Plakat und die Ideen zur dauerhaften Verankerung in der Schullandschaft.
Entwurf_Konzept_BarCamp_an_der_Schule
Drei Säulen könnte eine nachhaltige Verankerung der BarCamp-Methode in der Schule haben: Erstens eine solide Finanzierung am besten durch ein dauerhaftes Sponsoren-Konzept. Dann eine gut strukturierte Dokumentation, die erlaubt, dass verschiedene Kolleg/innen – und warum perspektivisch nicht auch Schüler – sich zum/r Initiator/in eines SchulBarCamp-Themas erheben können. Und (last but not least) ein großes, engagiertes Orga-Team. In diesem können sich die Aufgaben so weit verteilen, dass auch ein oder zwei Ausfälle von Team-Mitgliedern leicht kompensiert werden.
Natürlich gibt es weitere wichtige Faktoren: Werbung, Offenheit des Kollegiums und der Schüler, gute Kommunikation, freie Zeitfenster, … Aber zunächst wollte ich Rahmenbedingungen abstecken, die der Methode Raum zur Entfaltung bieten.
Diesen Fahrplan habe ich teilweise bereits umgesetzt. Die wesentlichen Bausteine habe ich jüngst beim EduCamp in Berlin auf einer Session vorgestellt und erfrischende Kritik erhalten (siehe Sessiondoku). Auch bzgl. kleinerer Veranstaltungen im BarCamp-Format, wie z.B. einem Info-Abend zum Auslandsaustausch, gab es wertvolle Hinweise. Die Vorstellung meines Entwurfs wurde auch kritisch reflektiert. Die Schüler gehören bei dem Konzept schon in den Mittelpunkt hieß es da.  Mit Verweis auf meinen organisatorischen Blickpunkt, den ich beim Entwurf einnahm, habe ich mir jedenfalls vorgenommen die Interaktionen vorab mit den Schüler/innen zu intensivieren.
Dem nächsten BarCamp am 14. und 15. Februar 2014 stehe ich nun erwartungsvoll gegenüber. Es wird (wieder) ein AbiCamp werden mit Themenschwerpunkt Oberstufe und Abitur. Das Bewusstsein für die Möglichkeiten der Veranstaltung steigt. Ein Kollege meinte nach meiner Vorstellung in der letzten GeKo jedenfalls: „Also diese BarCamp-Geschichte klingt sehr interessant. Vielleicht könntest Du mich ja mal mit aufnehmen?“

Was sagt Ihr dazu? Ist der Konzeptentwurf in Euren Augen nachhaltig genug? Ich freue mich über weitere Anregungen.

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*(Siehe Frisch gecampt … – die Idee mit dem Schulnachbau wurde von Schülern alleine weitergeführt und fertig gestellt zum Tag der offenen Tür 2013 [Videoausschnitt] – „Bauzeit“: 5 Monate)

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Über Thorsten Gross

Lehrer für Philosophie, Ethik, Evang. Religion und Erdkunde, Linux-Admin, Mac-User. Stets im Bemühen OpenSource an der Schule einzubringen und zu verankern.

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