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AbiCamp 2014 – kleiner Stein, weite(re) Kreise

Bremen, Karlsruhe, Köln, Mainz, Frankfurt, Raum Dreieich. Die Teilnehmer/-geber staunen nicht schlecht über die Distanzen, die einige Mitgestalter zurücklegen, um bei dem Schul-BarCamp zum Thema Oberstufe und Abitur dabei zu sein. Der Großteil der Anwesenden war noch nie bei einem BarCamp dabei. Also beginnt das Plenum mit einer Erklärung, wie ein BarCamp funktioniert und wie die Sessiongestaltung erfolgt. Kurz danach stehen 16 Sessions, Workshops und Fragerunden im Sessionplan, von denen 14 durchgeführt werden.

Flyer von Lia

Ein Schwenk zurück. Am Vorabend finden sich bereits 20-30 Personen ein, die der Schulgruppe Own-Impact und nachfolgend der Sängerin Lia mit Band lauschen. Ihre musikalische Einlage bietet den Auftakt zu einer Begegnungsrunde mit Diskussionen über mögliche Sessionthemen für den folgenden Tag. Bis in den späten Abend wird so debattiert und erörtert, welche – bereits vorab angekündigten – Themen wie dargestellt werden können. Alle sind sehr neugierig auf den Samstag und das nunmehr vierte BarCamp in Folge an der Schule.

Der Tag darauf. Frühstück in der Caféteria und gute Laune bei einem hervorragenden Büffet. Insgesamt sind am Samstag 49 Personen anwesend und engagieren sich weitgehend in mehreren Sessions. Als Schwerpunkt bildet sich eine LaTeX-Einführung und -Umsetzung heraus. Sessionplanabicamp14_300-2Dies erklärt sich anhand der im Vorfeld stattgefundenen Diskussionen im Forum und durch die Anwesenheit von LaTeX-Profis, wie Uwe Ziegenhagen und Anselm Lingnau. Christian Leeser und Heiko Rakozcy haben Anwendungsbeispiele für den pädagogischen Einsatz parat.
Ein weiterer Interessensschwerpunkt ist neben der Vorbereitung auf das Abitur die Einübung von Präsentationstechniken gefolgt von Bildungsfragen nach der Verantwortlichkeit der Lernenden. Obwohl einige wichtige Teilnehmer nicht erscheinen können, läuft das AbiCamp weitgehend reibungslos. Das liegt nicht zuletzt an der Anwesenheit von Personen mit BarCamp-Erfahrung. Erfrischend sind zudem die zahlreichen Gespräche mit hochgradiger Vernetzung am Rande der Sessions. Letzteres trifft meiner Beobachtung zufolge besonders auf Pädagogen zu. Viele Erstteilnehmer/-geber sind von der Methode angetan, nicht nur Schüler und Lehrkräfte auch die teilnehmenden Internet-Medien-Coaches, Jens Baumann und Elfi Schütz vom Verein Sicheres-Netz-hilft.

Für mich steht fest: Über die Frage, ob BarCamps in der Schule funktionieren sind wir längst hinaus. Wie sich in unserer Session „BarCamp-Themen für die Zukunft“ herauskristallisierte, stellt sich eher die Frage, ich welche Richtung sich ein Schul-BarCamp entwickeln kann: als Gestaltungsmethode für Pädagogische Tage (mit vorrangig Lehrkräften als Teilnehmer), als Fachthemen-Ereignis (ArtCamp, MusiCamp, NaWiCamp, SportCamp, usw., an dem Fächer(gruppen) über den Unterricht hinaus mit externen (?) Experten, Lehrkräften und Schüler/innen thematisiert werden oder als „SchuCamps„, an denen Schüler und Lehrer gemeinsam  Inhalte des Schulcurriculums methodisch untersuchen und gestalten. Wie dem auch sei, die gemeinsame Gestaltung von Schule – nach meiner Vorstellung unbedingt mit Einbeziehung der Schüler/innen – steht im Vordergrund. Dafür muss Zeit und Raum gewonnen werden. Ein nicht geringer Anspruch im Stakkato der Bildungserneuerungskonzepte in jüngerer Zeit (Zentralabitur, Kompetenzorientierung, G8-Umstellung, usw.). Die Frage der weiteren Entwicklung des SchulBarCamps wird mich in jedem Falle weiter beschäftigen. Die Begeisterung der Teilnehmer bzgl. des Wissensaustauschs auf Augenhöhe jenseits eines Lehrplankorsetts zeigen jedoch eines deutlich: Lernende, die eigene Ziele haben, sind motiviert(er). Eine erste Adhoc-Umfrage vor Ort zur Themenfindung hat noch keine klaren Ergebnisse gebracht. Mich an unsere Schüler bzgl. ihrer Interessen für BarCamp-Themen zu wenden, das habe ich mir für unsere erste Assembly nächste Woche vorgenommen. Dort spreche ich vor einem Jahrgang über ein spezielles Thema – und ich weiß auch schon welches.

Nach vier SchulBarCamps blicke ich zurück (wird sicher noch ein eigener Blogeintrag) und freue mich über die steigende Teilnehmer/-geberzahl und einen zunehmend professionelleren Ablauf. Auch die Sessiondoku hat etwas zugenommen. Gerade Schüler/innen fanden es spannend, mit einem Kleingerät (Smartphone, Tablet) die Inhalte zu sichern. Eine Schülerin bemerkte zu Ihrer Freundin nach der Session etwas entrüstet: „Hey, wir waren die einzigen, die geschrieben haben!“

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Über Thorsten Gross

Lehrer für Philosophie, Ethik, Evang. Religion und Erdkunde, Linux-Admin, Mac-User. Stets im Bemühen OpenSource an der Schule einzubringen und zu verankern.

Diskussionen

3 Gedanken zu “AbiCamp 2014 – kleiner Stein, weite(re) Kreise

  1. Ich finde es toll, dass du BarCamps an unserer Schule eingeführt hast und ich bin neugierig auf mein erstes am 28.2.!
    Andrea

    Verfasst von Andrea Vierrath | Februar 19, 2015, 9:55 pm

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